Seit 2014 veranstaltet der Verein für jüdische Kultur und Wissenschaft alljährlich am ersten Sonntag im März den „Tag des jüdischen Buches“. Zunächst im Musiksaal des Stadthauses Zürich (2014), dann im Theater Stadelhofen (2015) findet die Veranstaltung seit 2016 traditionell von 11 Uhr bis 22 Uhr in der Helferei, Zürich statt. Aufgrund der derzeitigen Situation, wurden alle Veranstaltungen des Programms 2021 vorab im Comedyhaus, Zürich aufgezeichnet und sind bis 15. Juni 2021 abrufbar.

Während sich das Programm am Vor- und Nachmittag aus unterschiedlichen wissenschaftlichen Vorträgen, Gesprächen oder Lesungen zusammensetzt, besteht das Abendprogramm meist aus einem themenbezogenen Konzert oder Theaterstück.


Tag des jüdischen Buches 2021

Weibliche Stimmen in der Literatur

Vortrag: Prof. Dr. Anat Feinberg (Stuttgart) 
Die weibliche Stimme in der hebräischen Literatur

In der hebräischen Literatur tritt die Frau als Autorin erst sehr spät in Erscheinung. Obwohl die Gleichberechtigung der Frau im modernen Israel in vielen Bereichen verwirklicht werden konnte, fehlte lange Zeit die weibliche Stimme in Lyrik und Prosa. Das macht es umso interessanter gerade am Tag der Frau nach einer Erklärung für dieses Phänomen zu fragen und sich mit den wenigen Ausnahmen zu befassen. Warum haben die Frauen so lang geschwiegen? Welche Rolle spielen Autorinnen in der zeitgenössischen israelischen Literatur? Diese und andere Fragen beantwortet der Vortrag am Beispiel ausgewählter Texte. 

Prof. Dr. Anat Feinberg lehrt hebräische und jüdische Literatur an der Hochschule für Jüdische Studien in Heidelberg. Sie ist unter anderem Herausgeberin und Autorin des Standardwerks „Rose unter Dornen. Frauenliteratur aus Israel“.

Einführung: Judith Stofer 
Lesung der deutschsprachigen Texte: Rachel Braunschweig





Im Gespräch: Lea Gottheil (Zürich)
Liäder, Poesie und andere literarische Spielarten


Bekannt wurde Lea Gottheil mit ihrem Roman „Sommervogel“, der aufreibenden Lebensgeschichte einer Frau – durchzogen von Hoffnungen, Enttäuschungen und schicksalhaften versprechen. Lea Gottheils literarisches Interesse prägte aber bereits ihre Schulzeit, nach der sie eine Lehre als Buchhändlerin antrat. Leichtfüssig bewegt sich die Zürcher Autorin in verschiedenen Genres. Neben Prosa und Lyrik, gehören auch Theaterstücke und Mundartlieder zu ihrem Repertoire. Im Gespräch berichtet sie von ihren schriftstellerischen Tätigkeiten, thematisiert die Rolle des Judentums in ihrem Leben und Schreiben und gibt Einblick in ihren neuen Roman „Elly“ – die Geschichte einer starken Frau.

Lea Gottheil (geb. 1975 in Uster) lebt als freie Autorin in Zürich. Neben ihrem Debütroman „Sommervogel“ (2009) verfasste die ehemalige Buchhändlerin  zahlreiche Theaterstücke, ein Kinderbuch und den Gedichtband „gläserne fuge“ (2018). Sie engagiert sich zudem in der Literaturvermittlung.

Präsentation und Gespräch: Dr. Anika Reichwald





Lesung: Mirna Funk (Berlin)
Zwischen Du und Ich (dtv) 

Wenn Nike ihre Wohnung in Berlin-Mitte verlässt, muss sie am Stolperstein ihrer Urgroßmutter vorbei. Nike ist als Jüdin in Ostberlin aufgewachsen, jede Straße trägt Erinnerung, auch schmerzhafte. Als sie ein Jobangebot in Tel Aviv bekommt, nimmt sie an. Dort trifft sie Noam, er ist Journalist, seine Geschichte ist tief und komplex. Nike lässt ihn in ihr Leben, als ersten Mann seit Jahren. Doch zwischen ihr und Noam steht Noams Onkel Asher. Der ist vereinnahmend und brutal und setzt alles daran, dass Nike aus Noams Leben verschwindet. Furchtlos und berührend erzählt Mirna Funk von der Gewalt, die in Nikes und Noams Familiengeschichten steckt. Wie leben sie mit ihren individuellen Bruchstellen? Und wie können sie einander lieben?

Mirna Funks (geb. 1981 in Ostberlin) Debütroman „Winternähe“ wurde mit dem Uwe-Johnson-Preis ausgezeichnet. Seit zwei Jahren erscheint ihre monatliche Kolumne „Jüdisch heute“ in der Vogue. Sie arbeitet als freie Journalistin für diverse deutsche und israelische Publikationen. „Zwischen Du und Ich“ ist ihr zweiter Roman.

Präsentation und Gespräch: Dr. Sylvia Battegay




Graziella Rossi und Helmut Vogel
„Ich hab’ noch einen Koffer im Exil“
Ein Abend über Else Lasker-Schüler in der Schweiz – und das Leben als Flüchtling


Als Else Lasker-Schüler im Frühjahr 1933 als Flüchtling aus dem NS-Deutschland nach Zürich kam, brachte sie nur das Nötigste mit, verteilt auf mehrere Taschen. Einen Koffer zu besitzen, erschien ihr dagegen geradezu als Privileg, zu dem sie durch die Bekanntschaft mit den Direktoren des Warenhauses Julius Brann an der Zürcher Bahnhofstrasse, Kurt Ittmann und insbesondere Hugo May, allerdings bald kam. Mit ihnen schloss sie eine höchst unge­wöhnliche „Indianer-Freundschaft“: die beiden unterstützen die Dichterin und Ihre Kunst, sie wiederum widmete den Direktoren nicht nur eigens Bilder und Gedichte; sie liebte auch das Warenhaus. So verband sich auf höchst ungewöhnliche Weise, was kaum fremder zu sein scheint: die Welt der Kunst und die Welt der Waren – und das mitten im Exil. Daraus entspannen sich Geschichten wie eben die eines Koffers…

Skript und Lesestimme: Prof. Dr. Andreas Kilcher
Musikalische Intermezzi: Gila Kilcher





Für die großzügige Unterstützung der Veranstaltung danken wir:






Saly Frommer Foundation
Madeleine und Albert Erlanger-Wyler-Stiftung
Jakob und Werner Wyler-Stiftung


Tag des jüdischen Buches 2020

Programm

Aufgrund der sich zuspitzenden Situation mit immer weiter steigenden Zahlen an Infizierten mit SARS-Cov-2 und COVID-19-Erkrankten in der Schweiz wurde der „Tag des jüdischen Buches 2020″ kurzfristig abgesagt.


Tag des jüdischen Buches 2019

Programm


Tag des jüdischen Buches 2018

Programm

Von oben links nach rechts unten: Autor Dimitrij Kapitelmann, Hanno Loewy (links) vom Jüdischen Museum in Hohenems und Professor Andreas Kilcher, Autorin Lizzie Doron (links) im Gespräch mit Jennifer Khakshouri, Sängerin Astrid Ruff mit den Musikern des Ensemble Klezmanouche aus Strassburg.


Tag des jüdischen Buches 2017

Programm

Von oben links nach rechts unten: Dr. Anna Kawalko, Jereusalem und Warschau, Graziella Rossi und Helmut Vogel sowie an der Klarinette Martha Rüfli, Marcia Zuckermann, Berlin, Prof. Dr. Christoph Gutknecht, Hamburg, Tomer Gardi, Tel Aviv


Tag des jüdischen Buches 2016

Programm


Tag des jüdischen Buches 2015

Programm


Tag des jüdischen Buches 2014

Programm